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leitlinienwatch.de


Das Transparenzportal für
medizinische Behandlungsleitlinien

Leitlinienwatch bewertet medizinische Behandlungsleitlinien auf ihre Unabhängigkeit von der Pharmaindustrie. Unser Punktesystem belohnt Maßnahmen, mit denen der Einfluss von Interessenkonflikten reduziert wird. Leitlinienwatch wird von Mezis, NeurologyFirst und Transparency Deutschland getragen.

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Die 3 neuesten Bewertungen von 181 insgesamt

Klicken Sie auf die einzelnen Leitlinien, um detailliertere Informationen zur Bewertung zu erhalten.

Leitlinie Federführende Fachgesellschaft(en) Punkte
(0-18)
Neue Thrombozyten- Aggregationshemmer Einsatz in der Hausarztpraxis Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) 14
S3-Leitlinie „Magenkarzinom – Diagnostik und Therapie der Adenokarzinome des Magens und ösophagogastralen Übergangs“ (Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten) Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS),
Deutsche Krebsgesellschaft (DKG)
14
Palliativmedizin für Patienten mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) 14
Gut! (11-18)
Achtung! (6-10)
Reformbedarf! (0-5)
Alle 181 Bewertungen

Verteilung der Bewertungen

AWMF-Leitlinien (n=170)

Median: 6 Punkte

ESC-Leitlinien (n=9)

European Society of Cardiology

Median: 3 Punkte


Nachrichten

Vorbildliche Behandlungsleitlinien: BMJ Rapid Recommendations

(07.10.2019) Seit 2016 hat das BMJ ein Leitlinienformat entwickelt, das Maßstäbe setzt: die BMJ Rapid Recommendations. Das Stichwort „Rapid“ bezeichnet dabei die rasche Umsetzung wegweisender Studienevidenz in die klinische Praxis. Vorbildlich ist dabei die plurale Zusammensetzung der Leitliniengruppe, die methodisch hochwertige Aufarbeitung der wissenschaftlichen Evidenz, die graphische Darstellung der Handlungsempfehlungen und ihrer Datenbasis und nicht zuletzt der Umgang mit Interessenkonflikten:

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Deutschlandfunk zur Qualität von Leitlinien

(04.06.2019) Welche Funktion und welchen Stellenwert haben Leitlinien? Welche Rolle spielen die Pharmafirmen? Wie können sich Patienten einbringen? Wie wird mit Kontroversen umgegangen? Diesen Fragen ist Volkart Wildermuth in seinem Beitrag Was hilft denn nun? der Serie Wissenschaft im Brennpunkt nachgegangen und hat dazu Leitlinienwatch und viele andere Akteure der Leitlinienszene befragt. Herausgekommen sind spannende und informative 30 Minuten, die man sich gönnen sollte.

Leitlinienwatch im SWR-Wissenschaftsmagazin Odysso

(20.05.2019) Das Wissenschaftsmagazin Odysso des Südwestdeutschen Rundfunks nimmt in seiner Sendung vom 2.5.2019 die Unabhängigkeit von Leitlinienautoren unter die Lupe und stellt unsere Initiative Leitlinienwatch vor.

CME-Punkte für gesponserte Fortbildung?

(04.04.2019) „Fortbildungsveranstaltungen für Ärzte stellen für forschende Pharmaunternehmen eine enorm wichtige Maßnahme zur Umsatzsteigerung dar.“ So spricht nicht etwa ein altgedienter Kritiker von Big Pharma, sondern Julia Schwetzel, Pharmamanagerin und Buchautorin.1

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Medical Tribune berichtet über Leitlinienwatch

(25.02.2019) Unter dem Titel Interessenkonflikte gefährden die Neutralität von Leitlinien berichtet die Medical Tribune über die Arbeit unserer Initiative Leitlinienwatch.

Alle Nachrichten

Interessenkonflikte

Ärztinnen und Ärzte brauchen Leitlinien, um ihre Patienten nach der besten wissenschaftlichen Evidenz zu behandeln. Daher dürfen Leitlinien nicht von den kommerziellen Motiven der Arzneimittelfirmen und der Medizinprodukteindustrie beeinflusst werden.

Die ärztlichen Autoren medizinischer Leitlinien sind jedoch häufig mit der Industrie verflochten, beispielsweise durch Beraterverträge, Vortragshonorare und Industrie-finanzierte Studien. Dadurch entstehen Interessenkonflikte, die nicht nur offengelegt, sondern in ihren Auswirkungen minimiert werden müssen.

Oder anders gesagt: Wer für einen Hersteller arbeitet, kann nicht dessen Produkte in einer Leitlinie bewerten.

Die 5 Prinzipien

In der internationalen Diskussion kristallisieren sich 5 Prinzipien zum adäquaten Umgang mit Interessenkonflikten heraus: 1-2

  • Offenlegung und unabhängige Bewertung von Interessenkonflikten,
  • Minimierung des Anteils befangener Mitlieder einer Leitliniengruppe,
  • Federführende Autoren ohne Interessenkonflikte,
  • Enthaltung bei Abstimmungen wenn Interessenkonflikte bestehen
  • Internet-basierte Diskussion des Leitlinienentwurfs durch die Fachöffentlichkeit und Patienten
  1. Guidelines International Network: Principles for Disclosure of Interests and Management of Conflicts in Guidelines, 2015
  2. Institute of Medicine, Clinical Practice Guidelines We Can Trust, 2011

Das Projekt

Das Projekt leitlinienwatch.de bewertet Leitlinien, um die Erwartungen der Ärzteschaft und der Gesellschaft an die unabhängige Erstellung von Leitlinien auszudrücken. Leitlinienwatch.de will gute und verbesserungswürdige Beispiele aufzeigen.

Die deutsche Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) hat in den letzten Jahren ihre Anforderungen an neue Leitlinien verschärft und verlangt neben der Offenlegung von Interessenkonflikten auch den Ausschluss befangener Mitglieder von einzelnen Abstimmungen oder sogar von der Mitarbeit in Schlüsselpositionen. Viele aktuelle Leitlinien bleiben noch hinter diesen Standards zurück, wie diese Website dokumentiert. Unsere Ergebnisse zu 67 deutschen S3-Leitlinien, die vor 2016 veröffentlicht wurden, wurden in der Zeitschrift BMC Medical Ethics veröffentlicht.

Bewertung

Unsere Bewertungen werden von zwei Gutachtern erstellt, davon ist mindestens eine(r) Arzt oder Ärztin. Grundlage sind die publizierten Angaben zum Umgang mit Interessenkonflikten in der jeweiligen Leitlinie und im begleitenden Leitlinienreport (www.awmf.de).

Wir informieren die verantwortlichen Fachgesellschaften von jeder neuen Bewertung und geben Gelegenheit zu einer Selbstbewertung und Kommentierung.

Kriterien der Bewertung

Zu den bewerteten Leitlinien

Hier finden Sie unseren Appell für unabhängige Leitlinien, der sich an die deutschen medizinischen Fachgesellschaften und die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften richtet.

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