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Das Transparenzportal für
medizinische Behandlungsleitlinien

Leitlinienwatch bewertet medizinische Behandlungsleitlinien auf ihre Unabhängigkeit von der Pharmaindustrie. Unser Punktesystem belohnt Maßnahmen, mit denen der Einfluss von Interessenkonflikten reduziert wird. Leitlinienwatch wird von Mezis, NeurologyFirst und Transparency Deutschland getragen.

Die 3 neuesten Bewertungen von 169 insgesamt

Klicken Sie auf die einzelnen Leitlinien, um detailliertere Informationen zur Bewertung zu erhalten.

Leitlinie Federführende Fachgesellschaft(en) Punkte
(0-18)
ADHS bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP),
Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN),
Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin e.V. (DGSPJ)
6
Diagnostik und Therapie von Harnstoffzyklusstörungen Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ) 3
Müdigkeit Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) 9
Gut! (11-18)
Achtung! (6-10)
Reformbedarf! (0-5)
Alle 169 Bewertungen

Verteilung der Bewertungen

Median: 6 Punkte


Nachrichten

BMC Medical Ethics veröffentlicht Ergebnisse von Leitlinienwatch

(03.07.2018) Vor wenigen Tagen erschien ein Artikel unserer Initiative Leitlinienwatch im Journal BMC Medical Ethics.

Die Analyse von 67 deutschen S3-Leitlineine ergab, dass finanzielle Interessenkonflikte von deutschen Leitlinienautoren zwar meist offengelegt werden, aber in aller Regel ohne Konsequenzen bleiben. So wurden Leitlinienautoren mit Interessenkonflikten bislang kaum zur Enthaltungen bei Abstimmungen veranlasst. Eine Autorenmehrheit mit Interessenkonflikten fand sich bei 55% der bewerteten Leitlinien. Nur bei 9% der Leitlinien waren die Koordinatoren frei von Interessenkonflikten. Inzwischen hat die AWMF reformierte Regeln zum Umgang mit Interessenkonflikten veröffentlicht, die den Forderungen unserer Initiative nahekommen. Wir hoffen und erwarten, dass Leitlinien in Zukunft besser gegen eine kommerzielle Einflussnahme geschützt werden – und bleiben dran!

Neu auf dem Buchmarkt: Interessenkonflikte, Korruption und Compliance im Gesundheitswesen

(22.06.2018) Von Klaus Lieb, David Klemperer, Ralf Kölbel und Wolf-Dieter Ludwig (Hrsg.)

Von allen Akteuren im Gesundheitswesen, insbesondere von den Ärzten, wird unabhängiges Denken und Urteilen sowie uneigennütziges Handeln zum besten Nutzen der Patienten erwartet. Letztlich auf Eigeninteressen basierende Beziehungen zu pharmazeutischen Unternehmern und Herstellern von Medizinprodukten, Kooperationen mit anderen Leistungserbringern, finanzielle Anreizsysteme und Schulenorientierung können zu ärztlichen Interessenkonflikten führen.

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Der ärztliche Meinungsführer und das große Geld

(02.03.2018) Die Paradise Papers bringen es an den Tag: Nicht nur Politiker, Unternehmer und Promis, sondern auch Ärzte verbergen zweifelhafte Gelder auf Auslandskonten. Am Beispiel eines deutschen Kardiologen beleuchtet die Süddeutsche Zeitung das Verschweigen und Verleugnen massiver Interessenkonflikte ärztlicher „Meinungsführer“.

Leitlinienwatch.de im Deutschen Ärzteblatt

(21.02.2018) Im Ärzteblatt vom 9.2.2018 berichten Gisela Schott (Mezis) und Thomas Lempert (NeurologyFirst, Mezis) über die Arbeit und die Ergebnisse von Leitlinienwatch.de. Hier geht es zum Artikel.

Zahlungen der Pharmaindustrie an Leitlinienautoren: Erkenntnisse aus dem Physician Payments Sunshine Act

(12.12.2017) Seit 2014 werden in den USA die Zahlungen der Arzneimittel- und Geräteindustrie an einzelne Ärzte namentlich offengelegt. Die gesetzliche Grundlage dafür ist der Physician Payments Sunshine Act, der eine international einzigartige Transparenz geschaffen hat, die auch für Studienzwecke genutzt werden kann.

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USA: Nur wenige Leitlinienautoren geben ihre Interessenkonflikte vollständig an

(27.10.2017) Der Physician Payment Sunshine Act hat in den USA zur Offenlegung aller Zahlungen der Industrie an Ärzte geführt. Dadurch wurde ein Abgleich mit den Interessenkonflikterklärungen von Leitlinienautoren möglich. Das traurige Ergebnis: Von den Autoren, die mehr als 5000 $ pro Jahr erhalten hatten, machten nur 11% korrekte Angaben. Für Leitlinienwatch bedeutet dies, dass wir in Deutschland ebenfalls mit verschwiegenen Interessenkonflikten rechnen müssen. Da es hierzulande noch keine verpflichtende Offenlegung der Zahlungen gibt, bleibt das Ausmaß des Problems im Dunkeln.

„Patient ohne Verfügung“ von Matthias Thöns: über die Verirrungen der Medizin am Lebensende

(28.02.2017) Innerhalb weniger Monate ist „Patient ohne Verfügung“ zum Bestseller geworden. Wahrscheinlich hat noch niemand die Vergehen der Medizin an Sterbenden so wissend und treffend beschrieben wie der Palliativmediziner Matthias Thöns aus Witten. Egal ob es um belastende Chemotherapie im Endstadium einer Krebserkrankung, Herzdruckmassage im Sterbebett oder künstliche Ernährung bis zum letzten Atemzug geht: der Medizinbetrieb neigt gerade am Lebensende zur belastenden Übertherapie.

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Reformvorschlag der AWMF zum Umgang mit Interessenkonflikten

(27.12.2016) Bereits im Juni hat die AWMF ihren Mitgliedsgesellschaften neue Regeln für den Umgang mit Interessenkonflikten bei Leitlinienprojekten vorgeschlagen, zunächst als Probeversion für den Praxistest.

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Medscape berichtet über Leitlinienwatch

(06.10.2016) Das ärztliche Internetportal Medscape hat das Thema Interessenkonflikte bei Leitlinien aufgegriffen. Unter dem Titel Leitlinien auf dem Prüfstand: Noch immer zu starke Querverbindungen zwischen Industrie und führenden Fachvertretern veröffentlicht Medscape ein Interview mit unserem Gründungsmitglied Thomas Lempert, das kürzlich auf dem DGN-Kongress in Mannheim aufgezeichnet wurde.

Interessenkonflikte bei Impfempfehlungen

(09.09.2016) Auch wenn formal nicht als solche bezeichnet, kommt der jährlich von der Ständigen Impfkommission des Robert Koch Instituts herausgegebenen Impfempfehlung zweifelsohne der Charakter einer Leitlinie zu – sowohl in der ärztlichen Praxis als auch im juristischen Verständnis . Sie stellt die Grundlage für die Öffentlichen Impfempfehlungen der Bundesländer dar und bildet – laut einem Urteil des BGH aus dem Jahr 2000 – den „medizinischen Standard“ ab (BGH 2000).

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Interessenkonflikte

Ärztinnen und Ärzte brauchen Leitlinien, um ihre Patienten nach der besten wissenschaftlichen Evidenz zu behandeln. Daher dürfen Leitlinien nicht von den kommerziellen Motiven der Arzneimittelfirmen und der Medizinprodukteindustrie beeinflusst werden.

Die ärztlichen Autoren medizinischer Leitlinien sind jedoch häufig mit der Industrie verflochten, beispielsweise durch Beraterverträge, Vortragshonorare und Industrie-finanzierte Studien. Dadurch entstehen Interessenkonflikte, die nicht nur offengelegt, sondern in ihren Auswirkungen minimiert werden müssen.

Oder anders gesagt: Wer für einen Hersteller arbeitet, kann nicht dessen Produkte in einer Leitlinie bewerten.

Die 5 Prinzipien

In der internationalen Diskussion kristallisieren sich 5 Prinzipien zum adäquaten Umgang mit Interessenkonflikten heraus: 1-3

  • Offenlegung und unabhängige Bewertung von Interessenkonflikten,
  • Minimierung des Anteils befangener Mitlieder einer Leitliniengruppe,
  • Federführende Autoren ohne Interessenkonflikte,
  • Enthaltung bei Abstimmungen wenn Interessenkonflikte bestehen
  • Internet-basierte Diskussion des Leitlinienentwurfs durch die Fachöffentlichkeit und Patienten
  1. AWMF-Regel für das Leitlinienregister: Erklärung von Interessen und Umgang mit Interessenkonflikten bei Leitlinienvorhaben Version 2.4, Stand: 17.01.2018
  2. Guidelines International Network: Principles for Disclosure of Interests and Management of Conflicts in Guidelines, 2015
  3. Institute of Medicine, Clinical Practice Guidelines We Can Trust, 2011

Das Projekt

Die deutsche Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) verlangt bisher nur die Offenlegung der Interessenkonflikte und empfiehlt befangenen Autoren die Enthaltung bei Abstimmungen. Derzeit entwickelt die AWMF ein neues Regelwerk, das unseren Vorschlägen wahrscheinlich sehr nahe kommen wird.

Das Projekt leitlinienwatch.de bewertet Leitlinien nach diesen 5 Kriterien, um die Erwartungen der Ärzteschaft und der Gesellschaft an die unabhängige Erstellung von Leitlinien auszudrücken. Leitlinienwatch.de will gute und verbesserungswürdige Beispiele aufzeigen.

Bewertung

Unsere Bewertungen werden von zwei Gutachtern erstellt, davon ist mindestens eine(r) Arzt oder Ärztin. Grundlage sind die publizierten Angaben zum Umgang mit Interessenkonflikten in der jeweiligen Leitlinie und im begleitenden Leitlinienreport (www.awmf.de).

Wir informieren die verantwortlichen Fachgesellschaften von jeder neuen Bewertung und geben Gelegenheit zu einer Selbstbewertung und Kommentierung.

Kriterien der Bewertung

Zu den bewerteten Leitlinien

Bitte unterzeichnen Sie unseren Appell für unabhängige Leitlinien, der sich an die deutschen medizinischen Fachgesellschaften und die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften richtet.

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