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Diagnostik, Therapie und Nachsorge maligner Ovarialtumoren

Erscheinungsjahr (Stand): 2019

Klassifikation: s3

Registernummer: 032-035OL

Federführende Fachgesellschaft(en):
Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG)

Weitere beteiligte Fachgesellschaften und Organisationen: 26

Bewertung durch leitlinienwatch.de

31.03.19


Pkt.

Bewertungskriterium

1

Transparenz

Interessenkonflikte werden - anders als vom AWMF-Regelwerk vorgesehen - nur pauschal (ja/nein) wiedergegeben ohne Angabe der Firmen. Jedoch erfolgte eine positiv hervorzuhebende externe Bewertung (intern durch das Redaktionsteam und extern durch das Redaktionsteam der S3-LL Zervixkarzinom) sowie Einteilung der Interessenkonflikte in Schweregrade und hinsichtlich der in der Leitlinie diskutierten Präparate (in dieser Aktualisierung vorwiegend PARP-Inhibitoren betreffend) (siehe Leitlinienreport S. 24-25 und S. 68-70). Allerdings sind die Interessenkonflikte von 4 Teilnehmern nicht aufgeführt, ebenfalls eine Verletzung der AWMF-Regeln (siehe Leitlinienreport S. 68-70 und im Vergleich hierzu Langfassung S. 13-15).

0

Zusammensetzung der Leitlinien-Gruppe

31 Personen waren laut Langfassung S. 13-15 an der Aktualisierung beteiligt. 24 Teilnehmer gaben Interessenkonflikte an (in Tabelle nur ja/nein ersichtlich, keine detaillierte Angabe zu Firmen). Das externe Gremium bewertete insgesamt die Interessenkonflikte von 12 Teilnehmern als relevant für die vorliegende Leitlinie. Von 4 Teilnehmern fehlen Angaben zu Interessenkonflikten (Leitlinienreport S. 68-70).

2

Unabhängigkeit der Vorsitzenden/federführenden Autoren

Einer der beiden Koordinatoren gibt Interessenkonflikte an. Diese werden allerdings durch das externe Gremium als nicht relevant für die vorliegende Leitlinie bewertet. Da die Transparenz fehlt (s. Kriterium 1), kann diese Bewertung nicht überprüft werden.

2

Enthaltung bei Abstimmungen

Es wurden Regeln für den Umgang mit relevanten Interessenkonflikten hinsichtlich Teilnahme/Abstimmung aufgestellt und Abstimmungsergebnisse dokumentiert: "Mitglieder mit CoI mit geringer Relevanz übernehmen keine Leitungsfunktionen (z. B. Arbeitsgruppenleitung), Mitglieder mit CoI mit moderater Relevanz werden nicht an Abstimmungen teilnehmen, Mitglieder mit CoI mit hoher Relevanz werden bei der Diskussion über spezifische Themen ausgeschlossen" (siehe Leitlinienreport S. 25). Ob sich tatsächlich alle Beteiligten mit relevanten Interessenkonflikten enthalten haben, kann aufgrund der unzureichenden Transparenz (s. Kriterium 1) nicht überprüft werden, daher können wir nicht die volle Punktzahl vergeben.

3

Externe Beratung der Leitlinie

Es fand ein öffentliches Konsultationsverfahren vom 01.11.2018 bis zum 10.12.2018 statt. Die eingegangenen Kommentare und die gezogenen Konsequenzen sind ausführlich dokumentiert (Leitlinienreport S. 24 und Tabelle 12 und 13 des Leitlinienreports).

3

Bonuspunkte für weitere Maßnahmen zur Reduzierung von Interessenkonflikten

- plurale Zusammensetzung der Leitliniengruppe inklusive Patientenvertretern
- Einbezug internationaler Leitlinien und Überprüfung von deren Aktualität (Leitlinineinreport S. 15 und S. 27 ff.)
- systematische Literaturrecherche und Evidenzaufarbeitung (Leitlinienreport S. 17)


Erläuterungen zu den Bewertungskriterien

Gesamtpunktzahl

11

Gut! (11-18)

Achtung! (6-10)

Reformbedarf! (0-5)

Kommentar

Hochwertige Leitlinie mit systematischer Literaturrecherche und Evidenzaufarbeitung. Leider werden in der Erklärung zu Interessenkonflikten wie in der vorherigen Version nur pauschale (ja/nein) Angaben gemacht ohne Produkt- bzw. Firmennennung, so dass die Interessenkonflikte intransparent bleiben. Hervorzuheben ist der gute Ansatz dieser Leitlinie zur Bewertung der Interessenkonflikte durch ein externes Gremium mit Einstufung der Relevanz der IK für diese Leitlinie sowie klare Regeln für den Umgang mit Interessenkonflikten (keine Leitungsfunktion/Enthaltung/Ausschluss). Auch das neu eingeführte öffentliche Konsultutationsverfahren ist hervorzuheben. So kommt die LL nun bei uns in den "grünen" Bereich.
Gleichwohl bleibt Spielraum für Verbesserungen. Eine zukünftige Leitliniengruppe sollte im Hinblick auf größtmögliche Neutralität zusammengesetzt werden. Leitlinienautoren sollten erwägen, bestehende finanzielle Beziehungen zu den Herstellern zu lösen. Die verbleibenden IK sollten mit Firmennamen und LL-relevanten Produktnamen transparent gemacht werden. Die Empfehlungen der AWMF zum Umgang mit IK sollten konsequent umgesetzt werden: https://www.awmf.org/fileadmin/user_upload/Leitlinien/Werkzeuge/20180117_AWMF-Regel_Interessenkonflikte_V2.4.pdf .

Hinweis: Die Bewertung wurde sorgfältig auf der Grundlage der publizierten Leitlinie vorgenommen. Wenn Sie einen Fehler bemerken, können Sie uns unter info@leitlinienwatch.de kontaktieren.