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Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose

Erscheinungsjahr (Stand): 2017

Klassifikation: s3

Registernummer: 183-001

Federführende Fachgesellschaft(en):
Dachverband der Deutschsprachigen Wissenschaftlichen Osteologischen Gesellschaften e.V.

Weitere beteiligte Fachgesellschaften und Organisationen: 17

Bewertung durch leitlinienwatch.de

30.07.18


Pkt.

Bewertungskriterium

1

Transparenz

In einer jetzt vorliegenden, korrigierten Version der LL sind Interessenkonflikte für 40 von 41 Autoren pauschal (ja/nein) angegeben (LL-Report gegen Ende - Seitenzahlen fehlen)
Unverändert ist die Deklaration damit jedoch unvollständig, die Angaben eines Beteiligten fehlen und widerspricht damit den Anforderungen der AWMF, die eine vollständige Deklaration aller beteiligten Autoren vor der Veröffentlichung der LL fordert.

0

Zusammensetzung der Leitlinien-Gruppe

26 von 40 Autoren, die IK-Erklärungen abgegeben haben, geben Interessenkonflikte an.

0

Unabhängigkeit der Vorsitzenden/federführenden Autoren

Im Leitlinien-Report werden relevante Interessenkonflikte der Koordinatorin erwähnt, so dass diese von einzelnen Diskussionen und Abstimmungen ausgeschlossen wurde (Leitlinien-Report Punkt 6.1).

0

Enthaltung bei Abstimmungen

Nach der Selbstbewertung, der Bewertung durch den von IK belasteten Koordinator und dessen Bewertung durch einen externen Verein wurden keine weiteren Enthaltungen für erforderlich gehalten (Leitlinien-Report Punkt 6.1). Auch Beraterverträge mit Arzneimittelfirmen wurden nicht als relevant gewertet und hätten nach Ansicht der Autoren keine Enthaltung bei einzelnen Abstimmungen erforderlich gemacht. Eine Enthaltungsregel ist somit nicht erkennbar.

0

Externe Beratung der Leitlinie

Im LL-Report ist keine externe Beratung ersichtlich. Lobend hervorzuheben ist der Review durch ein unabhängiges Expertengremium, der hier jedoch nicht bepunktet werden kann, da das Kriterium 5 die Beteiligung der Fachöffentlichkeit bewertet.

3

Bonuspunkte für weitere Maßnahmen zur Reduzierung von Interessenkonflikten

Einbindung von Patientenvertretern (LL-Report S. 5)
Einbindung von Methodikern bei der Evidenzbewertung (Leitlinienreport S. 3 und 85)
Berücksichtigung von evidenzbewerteten LL nach dem SIGN-Verfahren (allerdings dem von 2001, also ohne GRADE-Methodik, LL-Report S. 4).
Starker Konsens bei den meisten Empfehlungen.


Erläuterungen zu den Bewertungskriterien

Gesamtpunktzahl

4

Gut! (11-18)

Achtung! (6-10)

Reformbedarf! (0-5)

Kommentar

Eine Leitlinie zu einer Erkrankung, die große Teile der Bevölkerung betrifft und daher eine große gesundheitsökonomische Bedeutung hat - umso wichtiger wäre es hier, maximale Transparenz zu den Interessenkonflikten der LL-Gruppe herzustellen und angemessen mit den IK umzugehen.
Auch in der jetzt vorliegenden, korrigierten Version werden hier allenfalls die Minimalanforderungen der AWMF und diese nicht einmal vollständig erfüllt: unverändert liegen nicht für alle Autoren IK-Erklärungen vor und eine Koordinatorin mit IK entspricht nicht den aktuellen Vorgaben der AWMF. Auch ist die Bewertung der IK der Koordinatorin durch einen privaten Verein unklarer Finanzstruktur nicht dazu angetan, Transparenz zu schaffen. Wenn im LL-Report darauf hingewiesen wird, dass die häufigsten IK "nur" bezahlte Vortragstätigkeit seien, verschweigt dies gleichzeitig, dass fast die Hälfte der Autoren (19/40 vorliegenden IK-Erklärungen) bezahlte Beratertätigkeiten für Unternehmen ausübt oder ausgeübt hat. Dass solche Beraterverträge mit den Herstellern der zu bewertenden Produkte keinen schweren Interessenkonflikt für einen Leitlinienautor darstellen, mag der Selbsteinschätzung der Beteiligten entsprechen - der Öffentlichkeit wird diese Sichtweise kaum zu vermitteln sein.

Hinweis: Die Bewertung wurde sorgfältig auf der Grundlage der publizierten Leitlinie vorgenommen. Wenn Sie einen Fehler bemerken, können Sie uns unter info@leitlinienwatch.de kontaktieren.