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Nierenzellkarzinom, Diagnostik, Therapie und Nachsorge

Erscheinungsjahr (Stand): 2015

Klassifikation: s3

Registernummer: 043-017OL

Federführende Fachgesellschaft(en):
Deutsche Gesellschaft für Urologie e. V. (DGU),
Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO)

Weitere beteiligte Fachgesellschaften und Organisationen: 29

Bewertung durch leitlinienwatch.de

15.11.15


Pkt.

Bewertertungskriterium

2

Transparenz

Die Interessenkonflikte werden detailliert dokumentiert (Leitlinienreport, S. 33ff.).

0

Zusammensetzung der Leitlinien-Gruppe

Aus der Tabelle zu den Erklärungen der Interessenkonflikte der beteiligten Experten ergibt sich, dass 36/58 Beteiligte Interessenkonflikte ausweisen (Leitlinienreport, S. 33ff.).

2

Unabhängigkeit der Vorsitzenden/federführenden Autoren

Beide Koordinatoren der Leitlinie weisen Interessenkonflikte aus (Langfassung, S. 7 und Leitlinienreport, S. 36 und 41). Bei 11 der 12 Arbeitsgruppen sind AG-Leiter benannt. Davon weisen 9 Autoren Interessenkonflikte aus (Leitlinienreport, S. 11f. und 33ff.). Sämtliche Autoren der Themen, die sich intensiv mit medikamentöser Therapie beschäftigen, weisen Interessenkonflikte aus.

0

Enthaltung bei Abstimmungen

Im Leitlinienreport findet sich folgendes Zitat:
"Die Gruppe legte fest, bei wesentlichen Interessenkonflikten einzelne Personen von Abstimmungen zu den Themen, für die ein Interessenkonflikt bestehen kann, auszuschließen. Als wesentlich werden dabei die Kategorien „Eigentümerinteressen“ und „Besitz von Geschäftsanteilen“ eingestuft. Sollten in diesen beiden Kategorien Interessenkonflikte auftreten, so sollte sich die betreffen- de Person bei Abstimmungen in den entsprechenden Themengebieten enthalten. Bei Firmenanteilen zählen nur solche Firmen, die auf dem Indikationsgebiet des Nierenzellkarzinoms tätig sind. Der Beschluss wurde einstimmig gefasst.
Anschließend wurden die Daten der Personen gesichtet, bei denen in den oben genannten Kategorien Angaben vorlagen. Diese Sichtung ergab keine vorliegenden Interessenkonflikte." (Leitlinienreport, S. 32). Diese Definition lässt relevante Interessenkonflikten wie Beraterverträge, Vortragshonorare und Forschungsförderung außer acht, daher kann hier kein Punkt vergeben werden. (Ein Autor enthielt sich bei einer Abstimmung aus eigener Initiative).
Das Vorgehen widerspricht dem AWMF-Dokument zum Umgang mit Interessenkonflikten vom April 2010, das die Enthaltung befangener Autoren von Beratungen und Abstimmungen empfiehlt.

3

Externe Beratung der Leitlinie

Die Langfassung und der Leitlinienreport konnten in einem Konsultationsprozess von der Öffentlichkeit eingesehen und kommentiert werden (Leitlinienreport, S. 30f.). Die Kommentare sind in gekürzter Fassung im Report zu finden (S. 30f.). Diese wurden in einem Reviewprozess besprochen und über Änderungen wurde schriftlich abgestimmt.

3

Bonuspunkte für weitere Maßnahmen zur Reduzierung von Interessenkonflikten

Pluralität der LL-Gruppe,
Evidenzaufbereitung durch unabhängige Methodiker.
Offene Diskussion über Umgang mit Interessenkonflikten in der LL-Gruppe.


Erläuterungen zu den Berwertungskriterien

Gesamtpunktzahl

10

Gut! (11-18)

Achtung! (6-10)

Reformbedarf! (0-5)

Kommentar

Aufwendige Leitlinie mit positiven Elementen der Interessenkonfliktregulierung. Allerdings wird trotz relevanter Interessenkonflikte von einer Enthaltungsregel abgesehen. Anders als die Beteiligten halten wir eine solche für erforderlich. Für zukünftige Revisionen der Leitlinie regen wir außerdem die Rekrutierung unabhängiger Autoren an. Für die federführende Autoren der Kapitel zur medikamentösen Therapie ist die Unabhängigkeit unverzichtbar.

Hinweis: Die Bewertung wurde sorgfältig auf der Grundlage der publizierten Leitlinie vorgenommen. Wenn Sie einen Fehler bemerken, können Sie uns unter info@leitlinienwatch.de kontaktieren.