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European Society of Cardiology wegen Bestechungsskandal unter Druck

(24.11.2025) Manchmal wird es selbst der European Society of Cardiology (ESC) zu bunt: umgerechnet 67 Millionen Euro erhielt der britische Kardiologe Kim Fox, Ex-Präsident der ESC, von der Firma Servier. Nun verstieß ihn die ESC wegen besonders schwerer Korruption. Zum Hintergrund: Kim Fox war nicht nur Koordinator der Angina pectoris-Leitlinie der ESC, in der das Medikament Ivabradin der Firma Servier empfohlen wurde, sondern auch Berater und Studienkoordinator für Servier. Seine Firma Heart Research Ltd. erzielte in den Jahren 2003 bis 2015 Gewinne in Höhe von 67 Mio. €, vorwiegend aus Studien für Servier.  https://www.srf.ch/news/dialog/daenische-recherche-medizin-skandal-84-millionen-fuer-herzmedikament-empfehlung weiterlesen …

Studie zu Kontakten zwischen Industrie und Leitliniengruppen

(17.11.2025) Werden Leitliniengruppen von Unternehmen der Gesundheitswirtschaft wie der pharmazeutischen Industrie kontaktiert – und wenn ja, mit welchen Anliegen? Dieser Frage widmete sich eine explorative Online-Befragung unter den Leitlinienkoordinator*innen AWMF-gelisteter S2e-, S2k- und S3-Leitlinien. Durchgeführt wurde sie vom Institut für Allgemeinmedizin der Charité in Berlin. Wir haben mit der Erstautorin Frau Dr. med. Sabine Gehrke-Beck über die 2025 publizierte Studie gesprochen.

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Finanzielle Zuwendungen an Peer-Reviewer wenig beachtet

(13.01.2025) Die Redaktion des arznei-telegramm diskutiert in der Dezemberausgabe eine Problematik wissenschaftlicher Publikationen, die bisher wenig Beachtung gefunden hat (a-t 2024; 55: 103). Grundlage hierfür ist eine im JAMA erschienene Arbeit von Nguyen und Co-Autoren (1). In dieser werden finanzielle Zuwendungen von Arzneimittel- bzw. Geräteherstellern an Peer-Reviewer wissenschaftlicher Zeitschriften dargestellt.

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Nationale Versorgungsleitlinien in Gefahr

(20.09.2024) Wie kürzlich bekannt wurde, soll das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) zum Ende des Jahres 2024 seine Arbeit einstellen. Das ÄZQ spielte bisher eine wesentliche Rolle für die Durchführung und Koordination der Nationalen Versorgungsleitlinien (NVL), deren Erhalt damit in Frage steht. NVL sind qualitativ hochwertige Leitlinien zu Volkskrankheiten mit unmittelbarer Auswirkung auf Disease-Management-Programme für die medizinische Versorgung der Bevölkerung.

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Pressemitteilung: MEZIS sieht Verbesserungstendenz bei ärztlichen Handlungsleitlinien

(07.02.2024) Die bundesweite Ärztinnen- und Ärzteinitiative MEZIS e.V. sieht eine Verbesserungstendenz bei ärztlichen Handlungsleitlinien, die Ärzt:innen als Richtlinie bei der Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen dienen. „Es lässt sich ein wachsendes Bewusstsein für Interessenkonflikte bei der Leitlinienerstellung erkennen“, so Niklas Schurig von MEZIS und Leitlinienwatch. Die aktuell bewertete Leitlinie zur Therapie schwerheilender Wunden der Deutschen Gesellschaft für Wundheilung und Wundbehandlung e.V. (DGfW) ist ein Beispiel dafür, wie sich mit konsequenten Maßnahmen eine Unabhängigkeit von kommerziellen Interessen erreichen lässt. Leitlinienwatch konnte 17 von 18 möglichen Punkten vergeben. Das ist der bisherige Spitzenwert bei Leitlinienwatch.

Mehr dazu in der aktuellen Pressemitteilung von MEZIS e.V.

Einfluss der Pharmaindustrie auf die “Bibel der Psychiatrie“

(25.01.2024) Eine umfangreiche Analyse im BMJ (British Medical Journal) berichtet über erhebliche Einflüsse der Pharmaindustrie auf das „Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, 5th edition“ (DSM-5) der American Psychiatric Association, gemeinhin auch als „Bibel der Psychiatrie“ bezeichnet. Die Ergebnisse zeigen, dass fast 60 % der beteiligten Autoren finanzielle Zuwendungen in einer Gesamthöhe von 14 Millionen US$ von der Pharmaindustrie erhalten hatten. Diese äußerst lesenswerte Analyse enthält auch zahlreiche allgemeine Literaturhinweise zum Thema Interessenkonflikte.

Nachruf auf Gisela Schott

(07.12.2023)  

Gisela Schott
Bildrechte: Der Arzneimittelbrief
 
Wir sind unendlich traurig, uns von Gisela Schott verabschieden zu müssen, unserer langjährigen Wegbegleiterin bei Mezis und LeitlinienWatch. Sie starb im Alter von 59 Jahren unerwartet nach kurzer Krankheit.

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Initiative „Klug entscheiden“ = Kluge Initiative?

(06.10.2023) Die Initiative „Klug entscheiden“ der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) versucht, Fehlversorgung übersichtlich zu adressieren. Allerdings werden anerkannte Standards für wissenschaftlichen Publikationen und für die Erstellung von Leitlinien nicht beachtet. So fehlen Interessenkonflikterklärungen der Autorinnen und Autoren, Regeln zum Umgang mit Interessenkonflikten, Klarheit über die Auswahl und Zusammensetzung der Autorengruppen sowie Transparenz über die Abstimmungsentscheidungen und zur (Nicht-)Einbeziehung anderer Fachgruppen oder Patientenvertreter. MEZIS und Leitlinienwatch rufen die DGIM auf, bei diesen strukturellen und inhaltlichen Defiziten rasch nachzubessern.

Finanzierung von Leitlinien der AWMF nicht transparent

(21.09.2023) Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung von 507 klinischen Leitlinien, die zwischen 2015 und 2020 von der AWMF herausgegeben wurden. Wir meinen: Transparenz zur Finanzierung von Leitlinien muss verbindlich vorgeschrieben werden!

Kalifornien produziert Insulin nun selbst

(01.06.2023) Um hohen Arzneimittelpreisen und Versorgungsengpässen zu begegnen, steigt der US-amerikanische Bundesstaat Kalifornien nun selbst in die Produktion von Insulin ein. Bereits die Ankündigung hat möglicherweise dazu beigetragen, dass die pharmazeutischen Unternehmer ihre Preise für Insulin nun um bis zu 78% senken. Die Produktion weiterer generischer Arzneimittel ist bereits beschlossen. „Ein Modell auch für Europa?“, fragt „Der Arzneimittelbrief“.

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