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Morbus Fabry, Diagnose und Therapie

Erscheinungsjahr (Stand): 2013

Klassifikation: s2k

Registernummer: 030-134

Federführende Fachgesellschaft(en):
Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN)

Weitere beteiligte Fachgesellschaften und Organisationen: 9

Bewertung durch leitlinienwatch.de

04.12.16


Pkt.

Bewertertungskriterium

2

Transparenz

Die Interessenkonflikte werden von 10 Autoren detailliert angegeben, von einem Autor jedoch nur pauschal - ein klarer Verstoß gegen das AWMF-Reglement (s. separates Dokument "Interessenkonflikt-Erklärungen").
"Die Interessenkonflikterklärungen wurden durch das Leitliniensekretariat unter Verwendung der offiziellen AWMF-Formulare eingeholt und bewertet im Hinblick auf
mögliche Befangenheiten" (Leitlinienreport, S.8). Es fehlt die Angabe, wer die IK bewertet hat und wie eine Bewertung bei lediglich pauschaler Angabe (ja/nein) vorgenommen werden konnte.

0

Zusammensetzung der Leitlinien-Gruppe

10 der 11 Beteiligten geben IK an (Dokument "Interessenkonflikt-Erklärungen"), davon 9 explizit mit den Herstellern der Enzymersatztherapie (Dokument "Interessenkonflikterklärungen").

0

Unabhängigkeit der Vorsitzenden/federführenden Autoren

Alle Beteiligten werden auch als Autoren ausgewiesen. Da nur einer von 11 Autoren angibt, keine IK zu haben, kann hier kein Punkt vergeben werden.

0

Enthaltung bei Abstimmungen

Eine Enthaltungsregel wird nicht erwähnt. Zum Thema Befangenheit heißt es im LL-Report (S.8): "Alle Mitglieder der Leitliniengruppe sind ausgewiesene Experten auf dem Gebiet des Morbus Fabry und haben im Lauf ihrer medizinischen Tätigkeit Honorarvorträge gehalten oder wissenschaftliche Publikationen verfasst, die in keiner Weise einen Hinweis auf Befangenheit geben. Die Leitlinie ist neutral bewertet und erstellt worden."
Hier wird angedeutet, dass Expertise vor Befangenheit schützen könnte. Wenn dem so wäre, hätte das Thema "Bias" keinen besonderen Stellenwert mehr in der Medizin. Im Vergleich zum aktuellen Cochrane-Review (2016) spricht die Leitlinie der Enzymersatztherapie deutlich weitergehende Wirkungen zu (Langfassung, Abschnitt 7.1).

0

Externe Beratung der Leitlinie

1

Bonuspunkte für weitere Maßnahmen zur Reduzierung von Interessenkonflikten

Repräsentative Zusammensetzung der LL-Gruppe mit 10 Fachgesellschaften und mittelbarer Beteiligung der Patientenvereinigung.


Erläuterungen zu den Berwertungskriterien

Gesamtpunktzahl

3

Gut! (11-18)

Achtung! (6-10)

Reformbedarf! (0-5)

Kommentar

Eine konsensorientierte Leitlinie aller vom Morbus Fabry betroffenen Fachgebiete ist sinnvoll und zu loben. Dass fast alle Leitlinienautoren mit den Herstellern der zu bewertenden Produkte finanziell verbunden sind, schadet jedoch der Glaubwürdigkeit dieser Leitlinie. Für die Neubearbeitung sollten mindestens 50% unabhängige Beteiligte gewonnen werden, die verbleibenden IK sollten nachvollziehbar auf ihre Relevanz bewertet werden. Interessenkonflikte mit den Herstellern der Enzympräparate sollten zum Ausschluss oder zur Enthaltung bei den zugehörigen Abstimmungen führen. Die Evidenzbewertung sollte durch unabhängige Methodiker vorgenommen werden und sich an den Cochrane-Standards orientieren. Angesichts der nur wenigen Studien zur Enzymersatztherapie sollte der damit verbundene Aufwand überschaubar bleiben.

Hinweis: Die Bewertung wurde sorgfältig auf der Grundlage der publizierten Leitlinie vorgenommen. Wenn Sie einen Fehler bemerken, können Sie uns unter info@leitlinienwatch.de kontaktieren.