Diagnostik, Therapie und Nachsorge für Patient*innen mit einer chronischen lymphatischen Leukämie (Version 2.0 – Dezember 2024 AWMF-Registernummer: 018-032OL)

Erscheinungsjahr (Stand): 2024

Klassifikation: s3

Registernummer: 018-032OL

Federführende Fachgesellschaft(en):
Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO)

Weitere beteiligte Fachgesellschaften und Organisationen: 27

Bewertung durch leitlinienwatch.de

21.09.26


Pkt.

Bewertungskriterium

3

Transparenz

Laut Leitlinienreport S. 42 erfolgte "Die Erklärung, inwiefern durch die jeweiligen Interessenskonflikte die erforderliche Neutralität für die Tätigkeit als Expert*in in Frage gestellt wurde, [...] im Rahmen einer Selbsteinschätzung der Expert*innen. Es wurden keine Expert*innen aufgrund eines gravierenden Interessenkonflikts von der Erstellung dieser Leitlinie ausgeschlossen." Weiter heißt es dort : "Für die Bewertung der Interessenkonflikte (COIs, Conflict of interest) wurde beim Kick-off Meeting eine Arbeitsgruppe COI (AG COI) gebildet.[...] Die Arbeitsgruppe besprach und legte die Kriterien für die Bewertung der Interessenkonflikte detailliert fest, basierend auf den AWMF-Bewertungskriterien (siehe Tabelle 9 und 10)." Dafür werden 3 Punkte vergeben. Grundsätzlich bleibt jedoch zu bedenken, dass es keine wissenschaftliche Begründung für die Unterscheidung in geringe, moderate oder hohe Interessenkonflikte (IK) gibt.

0

Zusammensetzung der Leitlinien-Gruppe

Die CLL-Leitlinie listet insgesamt 69 Autoren in der Interessenkonflikttabelle 9 auf.
- Hoher IK: 1 Autor (1,4 %) mit Eigentümerinteressen am MLL Münchner Leukämielabor und Beirat bei AstraZeneca.
- Mittlerer IK: 30 Autoren (43,5 %) – hier überwiegend Beratungsverhältnisse, Beiratstätigkeit, Vorträge und/oder Forschung bei Firmen mit CLL-relevanten Medikamenten (BTK-Inhibitoren, BCL-2-Inhibitoren, Anti-CD20-Antikörper, Chemoimmuntherapie).
- Niedriger IK: 8 Autoren (11,6 %) – entweder einzelne Vorträge/Beiräte, nicht CLL-spezifische Produkte oder nur formale Einstufung ohne Firmennennung.
- Kein IK: 30 Autoren (43,5 %) – keine angegebenen Interessenkonflikte.

Damit haben 39 von 69 Autoren (56,5 %) einen dokumentierten Interessenkonflikt, während 30 Autoren (43,5 %) keinen angeben. Die am häufigsten genannten Firmen mit CLL-relevanten Produkten sind AstraZeneca, AbbVie, Janssen, Roche, BeiGene, BMS und Gilead.

1

Unabhängigkeit der Vorsitzenden/federführenden AutorenUnabhängigkeit der Vorsitzenden/federführenden Autoren

6 Koordinatoren insgesamt, 2 von 6 (33,3 %) haben einen dokumentierten Interessenkonflikt.

1

Enthaltung bei Abstimmungen

Es gibt eine Regel zur Enthaltung, je nach IK-Schweregrad (Tab. 10 LL-Report), die Abstimmungsergebnisse sind jedoch nicht im Detail dokumentiert. Grundsätzlich bleibt zu bedenken, dass es keine wissenschaftliche Begründung für die Unterscheidung in geringe, moderate oder hohe IK gibt. Daher sollten Personen mit jeglichen IK nicht zur Mitarbeit in LL-Komitees eingeladen werden oder sich zumindest bei den Abstimmungen enthalten, die den IK betreffen.

0

Externe Beratung der Leitlinie

Eine externe Beratung im Sinne eines Reviewprozesses auf einer öffentlich zugänglichen Website ist nicht dokumentiert.

2

Bonuspunkte für weitere Maßnahmen zur Reduzierung von Interessenkonflikten

Evidenzbewertung und erster Textentwurf durch Methodiker, plurale Zusammensetzung der Leitliniengruppe, systematische Literaturrecherche sowie Nutzung von AMSTAR und GRADE-Kriterien.


Erläuterungen zu den Bewertungskriterien

Gesamtpunktzahl

7

Gut! (11-18)

Achtung! (6-10)

Reformbedarf! (0-5)

Kommentar

Während die Zahl der Autoren mit Interessenkonflikten im Vergleich zur Vorgängerversion nur minimal abnahm, wurde die Unabhängigkeit der Führungsebene besser bewertet: nur 2 von 6 Koordinatoren (33 %) haben dort IK angegeben (Vorgängerversion 12 von 20 Koordinatoren und Steuerungsgruppenmitgliedern (60 %) mit Industriebeziehungen). Bei den restlichen Kriterien gab es überwiegend Rückschritte, so wurde z. B. kein externer Review mehr durchgeführt. Damit ergibt sich eine Verschlechterung von 9 auf 7 Punkte für die aktuelle Leitlinie, insbesondere weil weiterhin fast die Hälfte der Autoren Beratungsverhältnisse, Beiratstätigkeit, Vorträge und/oder Forschung bei Firmen mit CLL-relevanten Medikamenten besitzen, ein Autor sogar mit Eigentümerinteressen am MLL Münchner Leukämielabor und Beirat bei AstraZeneca.

Hinweis: Die Bewertung wurde sorgfältig auf der Grundlage der publizierten Leitlinie vorgenommen. Wenn Sie einen Fehler bemerken, können Sie uns unter info@leitlinienwatch.de kontaktieren.