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Ärzteblatt: Debatte um Interessenkonflikte bei Leitlinien

 

Die Debatte um Interessenkonflikte bei Leitlinien hat das Ärzteblatt erreicht. Den Auftakt machte die Studie von Gisela Schott et al. im Oktober 2015 über die häufigen Interessenkonflikte von Autoren bei S1-Leitlinien. Gisela Schott ist inzwischen Bewerterin bei leitlinienwatch.de. Im Ärzteblatt vom 11.3. erscheinen nun zwei Leserbriefe zum Artikel.

Thomas Lempert, ebenfalls Leitlinien-Watcher, weist auf die aktuellen Reformvorschläge zur Interessenkonflikt-Regulierung in den USA hin sowie auf den deutschen Appell für unabhängige Leitlinien.

Nikolaus Haas befürchtet dagegen eine Überregulierung der Interessenkonflikte und zitiert eine Regelung der American Heart Association, die Zuwendungen erst ab 10.000 $ als relevant ansieht.

In ihrer Erwiderung verweist Gisela Schott auf das Reziprozitätsprinzip, also die empfundene Verpflichtung, sich für empfangene Wohltaten zu revanchieren. Für diesen Mechanismus gibt es nach den verfügbaren Studien keinen unteren Schwellenwert, so dass die 10.000 $ – Grenze eine bequeme Selbsttäuschung bleiben wird.